HTWKjak

Unter der Leitung von Prof. Dr. A. Stahr und Dipl. Ing. M. Theuer hat ein Studententeam der HTWK Leipzig eine Kanuform entwickelt, auf deren Grundlage zwei Boote aus Beton gebaut wurden. Mit diesen Booten nahm das Team an der 15. Betonkanu-Regatta in Brandenburg auf der Havel teil und konnte sich unter anderem den 2. Platz im Wettbewerb um das beste Kanu in der Kategorie „Gestaltung“ sichern.

BAUART. Die „BUGAtti“ wurde klassisch in einem Stück gefertigt, um ein robustes und trotzdem leichtes Kanu für den sportlichen Wettkampf zu erhalten. Mit der „Weißen Elster“ wollten die Studenten etwas Innovatives wagen um im Wettbewerb um die „Beste Konstruktion“ vorne dabei zu sein. Das Boot besteht aus drei Segmenten und kann so problemlos in einem Kleinbus transportiert werden. Die eigentliche Besonderheit liegt aber in der Schnittführung der Teilung. Durch einen räumlich gekrümmten Wellenschnitt der drei Teile, ist eine verschiebungssichere Fügung der Segmente möglich. In Längsrichtung sorgt eine Zickzack-Verschnürung für den nötigen Halt der Verbindung.

PROBLEMLÖSUNG. Ein Boot aus Beton herzustellen, ist eine große Herausforderung an Mensch und Material. Die Entwicklung muss genauestens geplant sein und jeder Handgriff muss stimmen. Um auf die richtige Substanz zu kommen, testeten die Projektmitarbeiter verschiedene Rezepturen und Schalungstechniken. Der Beton muss dünn, leicht und schnell festigend sein. Eine mehrfach wiederverwendbare Schalung wurde entwickelt und in Holzleistenbauweise, wie sie von herkömmlichen Booten bekannt ist, hergestellt. Gegen diese Schalung wurde der entwickelte Feinbeton gespachtelt und mit Glasfasergelegen verstärkt. Microsilika und Flugasche, sowie Blähglas sorgen dafür, dass der Beton eine hohe Dichtheit und Festigkeit erreicht und dennoch eine geringe Raumwichte hat. Blähglas sind winzige mit Luft gefüllte Glaskügelchen, die etwa 5-10% des Betons ausmachen. So erreicht die BUGAtti mit einer durchschnittlichen Wandungsstärke von 5 mm (Wand) bzw. 9 mm (Boden) ein Kampfgewicht von 79 kg. Die Weiße Elster ist durch die notwendige Verstärkung im Fügebereich etwas schwerer.