Tischleinsteckdich

Verbindungsmittelfreies Tischgestell

Der Entwurf eines Tischgestells stellt eine immer wiederkehrende, stets nach neuen gestalterischen und technischen Antworten suchende Herausforderung dar. Das Tragwerk eines Tischgestelles besteht materialunabhängig darin, sowohl vertikale, als auch horizontale Lasten aufzunehmen. Dabei gilt es funktional, den Nutzern des Tisches eine möglichst hinreichend große Beinfreiheit zu bieten.

Keywords: Holz, Holzwerkstoff, CNC-Maschine, digitaler Entwicklungsprozess

Entwurfsidee

Der dem Projekt Tischleinsteckdich zugrundeliegende Lösungsansatz war der Verzicht jeglicher Verbindungsmittel, bei Verwendung des preiswerten und nachhaltigen Werkstoffes Holz. Gewählt wurde daher ein Stecksystem aus ebenen Platten. Deren Schablonen generierte der Student mittels eines vollständig digitalen Entwurfs-, Planungs- und Fertigungsprozesses. Der Zuschnitt der Holzplatten erfolgte auf der CNC-gesteuerten Holzbearbeitungsmaschine in der Modellbauwerkstatt der HTWK Leipzig.

Umsetzung

Die geometrisch-komplexe Struktur des räumlichen Schablonen-Systems entwickelt sich aus der Verschneidung von vier radialen Rastern, deren Ursprungspunkte außerhalb der Endgeometrie liegen. Der hochbeanspruchte Eckbereich führt hierdurch keine Materialkonzentration herbei und kommt trotz der Verschneidung der aufeinander zulaufenden Teile ohne die Entwicklung einer Knotenpunktlösung aus.

Die notwendige Verbindung der einzelnen Schablonen wurde durch ein im Grundprinzip vergleichsweise einfaches Stecksystem erreicht. Dazu wurden (bereits während des Zuschnittes) nutenartige Schlitze mit variabler Länge von „oben“ bzw. „unten“ in die Schablonen eingefräst. Die Planung der Steckreihenfolge und die Ausrichtung der Schlitze stellte hierbei eine besondere logistisch-konstruktive Herausforderung dar.

Um den notwendigen Fußraum unter dem Tisch zu generieren, wurde das System der ebenen radialen Stegelemente mit einer doppelt gekrümmten Flächenform kombiniert. Im Resultat entstand ein Rahmensystem, das seine räumliche Steifigkeit aus dem multiaxialen Verschnitt der einzelnen Schablonen bezieht.

Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass die Schablonen extrem platzsparend verpackt und transportiert werden können.

Wettbewerb

Das Projekt wurde bei dem Bremmer-Preis 2014 (Wettbewerb der besten Arbeiten des Studienganges Architektur der HTWK Leipzig) mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Auf den Designers' Open 2014 war das Tischleinsteckdich ein Exponat im Rahmen der vom Verband Deutscher Industriedesigner (VDID) kuratierten Ausstellung „Evolution of new Design“.