MVK

Das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderte Forschungsprojekt MVK, welches für die Neuentwicklung eines MikroVersatzKnotens steht, hat das übergeordnete Ziel weitspannende Dachkonstruktionen in Brettrippenbauweise aus Holz bis zu 27,0 m am Markt für Hallendächer zu etablieren. Unter einer Spannweite von 27,0 m sind bspw. Sporthallen, der Größe einer 3-Felder-Halle vorstellbar. Generell bieten Brettrippendächer aus Holz Bauherren als auch ausführenden Unternehmen Vorteile, die im Kontext aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen gegenüber dem Stahl- und Stahlbetonbau sowie dem größten brancheninternen Konkurrenzprodukt, den Leimholzbindern, wirtschaftlich sowie ideell von großer Tragweite sind. Wesentliche Vorteile sind die enorme Material- und Fertigungseffizienz durch vollautomatischen Abbund, das Prinzip umweltbewusster Nachhaltigkeit durch weitestgehend leimfreie Vollholzelemente, das überschaubare Montageprinzip durch die Verwendung von lediglich 2 Bauteilen sowie die filigrane Leichtbauarchitektur mit hohem ästhetischen Anschauungswert.

MVK greift das Kernproblem historischer Lamellendächer nach Friedrich Zollinger auf und fokussiert die elementare Basis der Dachkonstruktion - den Verbindungsknoten der Lamellen. Die beiden Bauingenieure Cristoph Dijoux, M.Sc. und Manuel Pietzsch, M.Sc. forschen seit Mai 2016 an einer systemkompatiblen Knotenlösung, die mittlere bis große sowie v.a. stützenfreie Spannweiten für Hallendächer nach dem Brettrippenprinzip bei gleichzeitig schlanken Bauteilabmessungen unter Berücksichtigung statischer, baukonstruktiver als auch bauwirtschaftlicher Aspekte ermöglicht.

Was sich so einfach anhört beinhaltet eine Vielzahl statisch konstruktiver, baustoffbezogener als auch bauwirtschaftlich relevanter Fakten und Zusammenhänge, die innerhalb einer programmierten FEM fähigen, allumfassenden Parameterstatik auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Die wesentlichen Einflussfaktoren der Parameteruntersuchung bilden gleichzeitig einzelne Forschungsinhalte von MVK. Diese Forschungsinhalte sind: 

die Erarbeitung neuer Knotenlösungen und deren experimentelle, statische Validierung

die Kalkulation bauwirtschaftlicher Prozesse unter Berücksichtigung bauaufsichtlicher Dogmen

die Integration einer NC fähigen Abbundanlage in den Planungsprozess

die Planung, Fertigung und Montage einer großformatigen Dachkonstruktion mit dem MVK

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam mit zwei realwirtschaftlichen Projektpartnern aus der Holzbaubranche sowie aus dem Bereich der Tragwerksplanung durchgeführt. In regelmäßigen Abständen werden Projektmeetings organisiert, die neue Ideen und Ansätze abgleichen und verwirklichte Arbeitsziele festhalten. Die kooperativen Projektpartner sind STRAB Ingenieurholzbau GmbH (Hermsdorf, THÜ) und LBP Ingenieur-Gesellschaft mbH (Erfurt, THÜ).