FutureFacade Demonstrator auf dem Fassadentag © Dr. Katrin Haase
FutureFacade Demonstrator Panel auf Unterkonstruktion © Linda Schmidt, Martin Dembski
Designstudien und -prozess zur Formfindung der Paneele © Martin Dembski
Solare Erträge an einer fiktiven Referenzfassade (Südausrichtung, Jahresmittel, Standort Chemnitz) © Martin Dembski
Panel Layout mit regelmäßiger Kanalstruktur und Verknüpfung im Demonstrator © Martin Dembski
CFD-Simulation des Strömungsverhaltens (Grafik: HTWK Leipzig, FING, Lara Möller)
Numerisch gesteuertes Fräsen der Patrizen für die Inkrementelle Blechumformung © Max Höhne, Linda Schmidt
Prototypische Fassadenpaneele (Innen- und Außenansicht) © Max Höhne, Martin Dembski
Parametrische Definition der Panelgeometrie (Rhino/Grasshopper) © Martin Dembski
Im Zuge der Energiewende gewinnt die dezentrale Energiegewinnung direkt am Ort des Verbrauchs zunehmend an Bedeutung. Bisherige solare Konzepte im städtischen Raum beschränken sich meist auf Dachflächen, während die großen Fassadenflächen weitgehend ungenutzt bleiben. Grund dafür ist, dass bestehende Solarkollektoren oft weder optisch noch bezüglich ihrer Effizienz überzeugen können. Das internationale Verbundforschungsprojekt “FutureFacade” begegnet dieser Herausforderung mit dem Ziel, ein modernes, solarthermisches Fassadensystem zu entwickeln. Über die Außenwände von Gebäuden soll künftig platzsparend Energie gewonnen werden, die sich direkt vor Ort zum Heizen oder Kühlen nutzen lässt (siehe Abb. 2). Das Projekt strebt eine anwendungsfähige, vollständig digital basierte Lösung an, die Technik, Funktionalität und individuelles Design harmonisch verbindet.
Der Forschungsfokus liegt auf der Etablierung einer durchgängigen, digitalen Entwurfs-, Planungs-, Konstruktions- und Vorfertigungsstrategie für diese solarthermischen Fassaden. Als technologische Grundlage dient ein neues, am Fraunhofer IWU entwickeltes Verfahren der inkrementellen Blechumformung. Bei dieser berührungsarmen Methodik wird das Metall basierend auf einem 3D-CAD-Modell auf eine Negativform gelegt und von einem Druckstößel entlang vorprogrammierter Bahnen präzise verformt. Da hierbei keine aufwendigen Spezialwerkzeuge benötigt werden, können selbst hochkomplexe, individualisierte Bauteile in kleineren Stückzahlen kostengünstig und schnell gefertigt werden. Das interdisziplinäre FLEX.team bringt gestalterische und technische Expertise ein, entwirft verschiedene Designvarianten und simuliert deren solarthermischen Ertrag bei unterschiedlicher Ausrichtung (siehe Abb. 3 und 4).
Ein zentrales Projektergebnis ist die Entwicklung eines maßstäblich skalierten Demonstrators mit sechs 700 mm hohen und 500 mm breiten Elementen, an dem die neuen Entwurfs- und Planungsansätze erfolgreich erprobt werden (siehe Abb. 1 und 8). Das Besondere an FutureFacade ist der Transfer von der Grundlagenforschung hin zur direkten Anwendung in der Architektur. Das Projekt zeigt somit einen wegweisenden Ansatz auf, wie Gebäudehüllen durch die Kombination von innovativer Metallumformung, Bionik und Digitalisierung zu ästhetischen, hocheffizienten solarthermischen Energielieferanten weiterentwickelt werden können.
Keywords: Fassade, Gebäudehülle, Solarthermie, Inkrementelle Blechumformung, Digitalisierung, Bionik
Projektleitung
Projektmanagement
Bearbeitung
Kooperationspartner
Unterstützende Unternehmen
Fördermittelgeber
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Projektträger
Projektlaufzeit
03|2020 - 08|2022
Förderkennzeichen
269 EBR / FE 2
Fördersumme
694.894.00 EUR


