Marius Zwigart - 10 Jahre FLEX
Schaubild: Auszug der Präsentation zum FLEX-Strategietag 2025 © FLEX@HTWK Leipzig, Marius Zwigart
3D-Modell für das Projekt Martinskirche Apolda © FLEX@HTWK Leipzig, Hannes Löschke, Marius Zwigart
Aufbau des projection.DOME durch Mitarbeiter der Forschungsgruppe FLEX im HBFZ © FLEX@HTWK Leipzig, Marius Zwigart
Teilnehmer verschiedener Zimmerei-Betriebe beim Workshop mit der Fa. WUERTH im HBFZ Leipzig © FLEX@HTWK Leipzig, Marius Zwigart
Wissensbrücken für die Bauwende: Das Netzwerk- und Transfermanagement am HBFZ Leipzig
Die Transformation des Bausektors hin zu klimaneutralen und ressourceneffizienten Strukturen ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Inmitten dieser Entwicklung agiert das HolzBauForschungsZentrum Leipzig (HBFZ) der HTWK Leipzig als Innovationsmotor für den modernen, digital gestützten Holzbau. Doch technologische Durchbrüche in der Forschung entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn sie den Weg in die Baupraxis finden. Hier setzt das Projekt Netzwerk- und Transfermanagement (NTM-HBFZ) an: Es fungiert als strategisches Bindeglied, um die Synergien zwischen akademischer Exzellenz und der regionalen Wirtschaft nutzbar zu machen.
Die Mission: Von der Invention zur Innovation
Das Kernziel des Projekts liegt in der Initialisierung eines proaktiven Transfermanagements. Es geht nicht nur darum, Wissen einseitig zu „senden“, sondern einen lebendigen Austausch zwischen der Forschungsgruppe FLEX und den Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Holzbaus zu etablieren. Dabei stehen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Fokus, die durch den Zugang zu digital-technologischen Innovationen gestärkt werden sollen.
Die Aufgabenstellung des NTM-HBFZ ist dabei dreigliedrig aufgebaut:
Besonderes Augenmerk liegt auf der Nutzung von Daten: Durch die Verknüpfung von Best-Practice-Beispielen mit KI-gestützten Methoden wird eine Transferbibliothek geschaffen, die nicht nur dokumentiert, sondern aktiv zur Effizienzsteigerung in der Praxis beiträgt.
Der Fahrplan: In drei Phasen zur strategischen Partnerschaft
Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, folgt das Projekt einem präzise getakteten Drei-Jahres-Plan, der von der Fundamentlegung bis zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit reicht.
Phase 1: Fundamentlegung und Initialisierung (2025)
Das erste Jahr steht im Zeichen des Aufbaus. Hier werden die strukturellen Grundlagen für ein professionelles Management geschaffen. Dies beinhaltet die Intensivierung der Kommunikation mit lokalen Holzbauunternehmen und die präzise Erfassung ihrer Bedürfnisse. Ziel ist es, die Forschung nicht im „Elfenbeinturm“ zu betreiben, sondern die realen Herausforderungen des Handwerks zur Grundlage neuer Projekte zu machen. Erste Transfermaßnahmen wie In-House-Präsentationen und die Teilnahme an Fachmessen bilden den Auftakt für ein wachsendes Netzwerk.
Phase 2: Ausbau und Intensivierung (2026)
Aufbauend auf den ersten Kontakten wird im zweiten Jahr das Instrumentarium erweitert. Die Holzbau-Fachkonferenz EASTWOOD, die sich bereits als feste Größe etabliert hat, soll durch den Umzug in größere Kapazitäten (z. B. die Kongresshalle Leipzig) eine neue Dimension erreichen. Parallel dazu werden interaktive Formate wie Workshops und Stammtische intensiviert, um den fachlichen Tiefgang zu erhöhen. Ein wesentlicher Meilenstein dieser Phase ist die Erarbeitung einer Roadmap für die wirtschaftliche Selbstständigkeit des Transferzentrums.
Phase 3: Konsolidierung und Übergang (2027)
Das finale Projektjahr fokussiert sich auf die Reflexion und Optimierung. Die etablierten Transferformate werden auf ihre Wirksamkeit geprüft und geschärft. Das Ziel ist ein nahtloser Übergang in ein wirtschaftlich selbsttragendes System, das über die Projektlaufzeit hinaus als verlässlicher Partner für die Industrie fungiert. Das HBFZ soll dann als integraler Bestandteil des „Leipzig Science Network“ die Innovationskraft der Region dauerhaft repräsentieren.
Der Transfer in Aktion: Wo Forschung erlebbar wird!
Dass dieser theoretische Rahmen bereits heute mit Leben gefüllt wird, zeigen die vielfältigen Projektaktivitäten der Startphase. Das Transfermanagement beweist seine Stärke durch die Initiierung konkreter Bau- und Forschungsvorhaben, derzeit unter Anderem:
Zusätzlich stärken Partnerschaften mit Branchengrößen wie rothoblaas oder Simpson Strong-Tie sowie die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) und der Handwerkskammer zu Leipzig das Netzwerk. Ob durch Robotik-Workshops, Schulungen für Zimmererbetriebe oder die Präsenz auf internationalen Foren: Das NTM-HBFZ sorgt dafür, dass aus digitalen Modellen reale Werte für die Region entstehen.
Ein Ausblick: Ein Ökosystem für den Holzbau der Zukunft
Das Netzwerk- und Transfermanagement für das HBFZ Leipzig ist mehr als ein reines Verwaltungsprojekt. Es ist der Versuch, ein neues Ökosystem für das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen zu schaffen. Indem es wissenschaftliche Erkenntnisse über innovative Schnittstellen – vom „Digitalen Showroom“ bis zum „Think-Tank“ – in die Werkstätten und auf die Baustellen bringt, sichert es die Wettbewerbsfähigkeit des regionalen Handwerks und leistet einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der gebauten Umwelt.
Keywords: Bauwende, Wissenstransfer, Digitalisierung, HBFZ Leipzig, Innovationsnetzwerk
Projektleitung
• Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr
Projektmanagement
• Marius Zwigart, M.A. | Architekt
Bearbeitung
• Marius Zwigart, M.A. | Architekt
Kooperationspartner
-
Unterstützende Unternehmen
-
Fördermittelgeber
Leipziger Stiftung für Innovation und Technologietransfer
Projektlaufzeit
11|2024 - 10|2027
Förderkennzeichen
-
Fördersumme
299.887,58 EUR
