Dreidimensionale, virtuelle Realität in der technischen Bauplanung und Sanierungsausführung (Symbolbild, KI-generiert mit OpenAI DALL·E, 2026)
Augmented Reality in der Anwendung (Symbolbild, KI-generiert mit OpenAI DALL·E, 2026)
ARsist untersucht, wie Augmented-Reality-Assistenzsysteme handwerkliche und planerische Tätigkeiten in der Denkmalpflege und Bestandssanierung unterstützen können. Im Fokus steht der historische Holzbau: von der Bestandserfassung und Arbeitsvorbereitung über die visuelle Unterstützung vor Ort bis zur dokumentationsfähigen Rückführung von Informationen in digitale Projektstrukturen. Ziel ist ein übertragbarer Methoden- und Workflow, der zeigt, wie digitale Informationen kontextbezogen auf der Baustelle am Bauteil nutzbar gemacht werden können.
Die Sanierung historischer Bauwerke ist durch individuelle Geometrien, heterogene Materialzustände, unvollständige Bestandsdaten und dokumentationspflichtige Eingriffe geprägt. Anders als im Neubau lassen sich diese Arbeitsprozesse nur begrenzt standardisieren. Planungs- und Ausführungsinformationen liegen häufig getrennt vor, während Befunde, Schäden oder Abweichungen direkt am Objekt bewertet und weiterverarbeitet werden müssen. Daraus entstehen Medienbrüche zwischen Bauaufnahme, Planung, Werkstatt, Baustelle und Dokumentation, die Qualität, Nachvollziehbarkeit und Ressourceneffizienz beeinträchtigen können.
ARsist setzt an dieser Schnittstelle zwischen digitaler Planung, handwerklicher Erfahrung und denkmalpflegerischer Praxis an. Forschungsleitend ist die Frage, welche Informationen in welchen Arbeitssituationen sinnvoll über AR bereitgestellt werden können, wie Bauteile eindeutig referenziert und dokumentiert werden sollten und welche Datenstrukturen eine spätere Nachnutzung ermöglichen.
Methodisch verfolgt das Vorhaben einen szenarienbasierten und praxisnahen Ansatz. Gemeinsam mit Handwerksunternehmen werden typische Arbeitsabläufe, Rollen, Informationsobjekte und Übergabepunkte analysiert. Darauf aufbauend entstehen priorisierte Anwendungsszenarien, ein toolunabhängiges Daten- und Dokumentationsmodell sowie exemplarische AR-Referenzabläufe. Die entwickelten Ansätze werden anhand ausgewählter Werkstatt- und Objektsituationen reflektiert und in strukturierte Szenarien, Modell- und Prozessbeschreibungen sowie übertragbare Bewertungskriterien für AR-gestützte Anwendungen im historischen Bestand überführt. ARsist schafft damit eine konzeptionelle Grundlage für die digitale Unterstützung denkmalpflegerischer Prozesse und stärkt die Anschlussfähigkeit für Handwerk, Planung, Ausbildung und weiterführende Forschung im digitalen Bauen im Bestand.
Keywords: Augmented Reality, Denkmalpflege, Bauen im Bestand, Holzbau, digitale Bestandserfassung, Workflow-Baukasten
Projektleitung
• Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr
Projektmanagement
• Cristoph Dijoux, M.Sc
Bearbeitung
• Cristoph Dijoux, M.Sc
• Benedikt Adrian, M.Sc.
Fördermittelgeber
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektträger
Projektträger Jülich (PTJ)
Projektlaufzeit
07|2026 - 12|2027
Förderkennzeichen
03DPC1016S
Fördersumme
150.603,95 EUR

