Installierter, prototyischer Demonstrator im Einsatz auf einer Tagung
Panel auf Unterkonstruktion
Designstudien und -prozess zur Formfindung der Paneele
Solare Erträge an einer fiktiven Referenzfassade (Südausrichtung, Jahresmittel, Standort Chemnitz)
Panel Layout mit regelmäßiger Kanalstruktur
CFD-Simulation des Strömungsverhaltens (Grafik: HTWK Leipzig, FING, Lara Möller)
Numerisch gesteuertes Fräsen der Patrizen für die Inkrementelle Blechumformung
Prototypische Fassadenpaneele (Innen- und Außenansicht)
Parametrische Definition der Panelgeometrie (Rhino/Grasshopper)
Im Zuge der Energiewende gewinnt die dezentrale Energiegewinnung direkt am Ort des Verbrauchs zunehmend an Bedeutung. Bisherige solare Konzepte im städtischen Raum beschränken sich meist auf Dachflächen, während die großen Fassadenflächen weitgehend ungenutzt bleiben. Grund dafür ist, dass bestehende Solarkollektoren oft weder optisch noch bezüglich ihrer Effizienz überzeugen können. Das internationale Verbundforschungsprojekt “FutureFacade” begegnet dieser Herausforderung mit dem Ziel, ein modernes, solarthermisches Fassadensystem zu entwickeln. Über die Außenwände von Gebäuden soll künftig platzsparend Energie gewonnen werden, die sich direkt vor Ort zum Heizen oder Kühlen nutzen lässt. Das Projekt strebt eine anwendungsfähige, vollständig digital basierte Lösung an, die Technik, Funktionalität und individuelles Design harmonisch verbindet.
Der Forschungsfokus liegt auf der Etablierung einer durchgängigen, digitalen Entwurfs-, Planungs-, Konstruktions- und Vorfertigungsstrategie für diese solarthermischen Fassaden. Als technologische Grundlage dient ein neues, am Fraunhofer IWU entwickeltes Verfahren der inkrementellen Blechumformung. Bei dieser berührungsarmen Methodik wird das Metall basierend auf einem 3D-CAD-Modell auf eine Negativform gelegt und von einem Druckstößel entlang vorprogrammierter Bahnen präzise verformt. Da hierbei keine aufwendigen Spezialwerkzeuge benötigt werden, können selbst hochkomplexe, individualisierte Bauteile in kleineren Stückzahlen kostengünstig und schnell gefertigt werden. Das interdisziplinäre FLEX.team bringt gestalterische und technische Expertise ein, entwirft verschiedene Designvarianten und simuliert deren solarthermischen Ertrag bei unterschiedlicher Ausrichtung.
Ein zentrales Projektergebnis ist die Entwicklung eines maßstäblich skalierten Demonstrators im DIN-A2-Format, an dem die neuen Entwurfs- und Planungsansätze erfolgreich erprobt werden. Das Besondere an FutureFacade ist der Transfer von der Grundlagenforschung hin zur direkten Anwendung in der Architektur. Das Projekt zeigt somit einen wegweisenden Ansatz auf, wie Gebäudehüllen durch die Kombination von innovativer Metallumformung, Bionik und Digitalisierung zu ästhetischen, hocheffizienten Energielieferanten weiterentwickelt werden können.
Keywords: Fassade, Gebäudehülle, Solarthermie, Inkrementelle Blechumformung, Digitalisierung, Bionik
Projektleitung
• Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr
Projektmanagement
• Martin Dembski, M.Sc.
Bearbeitung
• Linda Schmidt, M.A.
• Max Höhne, M.A.
Kooperationspartner
Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
CRM Group (Centre for Research in Metallurgy)
Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. (FOSTA)
Unterstützende Unternehmen
• SCHRAG Fassaden GmbH
• Dachbau Stassfurt GmbH
• Montagebau Becker GmbH
Fördermittelgeber
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Projektträger
• Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF)
• CORNET: Collective Research Networking
Projektlaufzeit
03|2020 - 08|2022
Förderkennzeichen
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Fördersumme
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